Bester Chasselas Weisswein Schweiz Bielersee Bielerseewein Krebs Steiner

Bei der Falstaff Chasselas Trophy 2020 spielen auch die Bielerseeweine von Sabine Steiner und Andreas Krebs ganz vorne mit – gleich vier Weine schafften es ins Finale: Dritter Platz und 92/100 Punkte für den Clos a l’Abbé 2019 von Steiner und zweimal 90/100 Punkte für den Gutedel 2019 und der «Bärner Wy» 2019 von Krebs. Als vierter Wein vom Bielersee klassierte sich der «einfache» Chasselas 2019 mit immer noch sehr beachtlichen 89/100von Steiner im hochkarätigen Feld. Ein schöner Erfolg, wir gratulieren! Hier ein Auszug aus dem Artikel:

Leise und zurückhaltend, also ganz dem Sortenkonzept des Chasselas entsprechend, präsentierten sich die meisten der Weine, die wir im Rahmen der diesjährigen Falstaff Chasselas Trophy verkosteten. Wie immer luden wir hierfür Winzer aus der ganzen Schweiz ein, um sich gegen eine Teilnahmegebühr bei dieser Blindverkostung zu messen. Am Ende überraschten drei Weine, die unter Chasselasliebhabern sicherlich keine Überraschungen sind, Chasselasneulinge aber in den Bann der Rebsorte ziehen könnten – es sogar sicher tun werden.

Letztendlich ist die meistangebaute Rebsorte unseres Landes unter Weingeniessern und vor allem -kennern immer noch ein Stiefkind. Völlig zu Unrecht, denn kaum eine andere Rebsorte schafft es, ihr Terroir so dermassen klar und präzise auf die Flasche zu bringen wie Chasselas. Denn nur, wenn sie in den besten Lagen gedeiht, läuft sie zur Höchstform auf, ansonsten weiss sie nur schwer zu überzeugen. Wenn aber alles stimmt, wie bei den Top-Weinen unserer Trophy, dann wird aus dem Chasselas ein Terroirwein, der lange lagern und mit dem man durchaus auch im Ausland mehr protzen sollte. Wenige Rebsorten wirken nämlich auf den ersten Blick so unspektakulär wie Chasselas, entwickeln sich aber dann mit der Zeit zu Tropfen, die jeden Weinkenner zu Begeisterungsstürmen verleiten dürften. Das ist wohl die klassische Rolle des Underdogs, und genau die gilt es stärker auszunutzen, sei den hiesigen Winzern gesagt. Mehr reife Chasselas auf dem Markt braucht das Land!

Auf den ersten Plätzen unserer Trophy landen drei Winzer, die Chasselasliebhabern selbstverständlich ein Begriff sind. Platz eins geht an Blaise Duboux, der mit seinem Chasselas Haut de Pierre Dézaley Grand Cru aus dem Jahr 2019 einen Wein auf die Flasche brachte, der an Mineralität, Filigranität und vor allem Lebendigkeit trotz traditionellem Stil bei dieser Trophy nicht zu überbieten war. Bernard Cavé auf Platz zwei lieferte mit dem Aigle Chapelle Chasselas einen ebenfalls sehr mineralischen, leichten Tropfen, der vor allem durch seine unglaubliche Länge und aromatische Tiefe besticht.

Mit dem Chasselas Clos à l´Abbé von Steiner Schernelz landet ein Wein auf Platz drei, der frischer und aromatischer, ja vielleicht sogar deutlich moderner daherkommt als so viele andere Tropfen bei dieser Trophy.

Clos a l’Abbé 2019 – Weingut Steiner – 92/100 Punkte

Frischer, fruchtiger Eindruck in der Nase, mit Noten von Apfel , Birne und Zitrusaromen. Vor allem Mandarine. Am Gaumen von Beginn weg mineralisch­salziger Eindruck, Frucht schön eingebunden, vor allem gelbe Noten. Die feine Kräuterwürze prägt den langen Abgang, genauso wie Pfirsichschale.

Gutedel 2019 – Weingut Krebs– 90/100 Punkte

In der Nase elegante Zitrusaromatik, vor allem Zitronenabrieb, Biskuit, etwas Petersilie, gelbes Steinobst. Am Gaumen mineralische Eleganz, kräutrig­würzige Herbe im langen Abgang. Frisch, elegant und salzig­mineralisch im Abgang

Gutedel «Bärner Wy» 2019 – Weingut Krebs– 90/100 Punkte

In der Nase intensives Aroma von Pfirsich, reifem Apfel und Zitrusfrüchten. Dazu kräutrig­würzige Anklänge und ein Hauch exotische Frucht. Am Gaumen straffe Säure, feine Frucht mit Mandarine und Passionsfrucht,sowie Birne. Mittellanger Abgang

Chasselas 2019 – Weingut Steiner – 89/100 Punkte

In der Nase frisch und fruchtig, mit Aroma von grünem Apfel, Quitte und Birne. Dazu gedörrte Aprikose und Passionsfrucht. Am Gaumen leichtfüssig, frische Säure, mineralische Anklänge und langer Abgang mit leichter Zitrusherbe.

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