Terroirs in Twann und Wingreis
Im Jahr 1185 hiess Twann noch Duana und wurde zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Doch die Wurzeln der Siedlung wie des Weinbaus gehen auch hier weit zurück, bis in die Steinzeit. Heute wird der Ort Twann schweizweit mit Weinbau verbunden. Vor allem klassische Chasselas und Pinots Noirs sind ideale Begleiter für die bei Wanderern und Schiffstouristen so beliebten Plättli und Egliknusperli. Doch rund um Twann gibt es einige geologisch hervorragend für anspruchsvollen Weinbau geeignete Parzellen. Gerade im östlichen Ortsteil Wingreis liegen Terroirs für Lagenweine ganz erstaunlicher Qualität.
Pinot Noir von burgundischem Format
Im Mittelalter war es gängig, Flurnamen nach Tieren zu benennen, wenn diese einen speziellen Bezug dazu hatten. In der Region gab es also «Wolfreben», einen «Bärenacker», «Rehflühli» und viele weitere Bezeichnungen mit diesem Ursprung. Während sich die Rebleute zwar ungern mit Bären und Füchsen herumplagten, waren die Vögel allerdings wirtschaftlich die wesentlich schlimmere Gefahr. Der «Vogelsang» zu Wingreis, diesem Weiler der Gemeinde Twann, ist eine der besten Reblagen in der gesamten Region. Dies führte seit jeher zu den süssesten Trauben, den meisten und glücklichsten Vögeln und damit auch zum Namen.
Vogelsang in Wingreis
Im Mittelalter war es gängig, Flurnamen nach Tieren zu benennen, wenn diese einen speziellen Bezug dazu hatten. In der Region gab es also «Wolfreben», einen «Bärenacker», «Rehflühli» und viele weitere Bezeichnungen mit diesem Ursprung. Während sich die Rebleute zwar ungern mit Bären und Füchsen herumplagten, waren die Vögel allerdings wirtschaftlich die wesentlich schlimmere Gefahr. Der «Vogelsang» zu Wingreis, diesem Weiler der Gemeinde Twann, ist eine der besten Reblagen in der gesamten Region. Dies führte seit jeher zu den süssesten Trauben, den meisten und glücklichsten Vögeln und damit auch zum Namen.
Gleich unterhalb der massiven und steilen Kalkfelsen erstreckt sich der Vogelsang hoch über dem See bis zum Rebweg, der in etwa in der Mitte des Hangs nach Twann führt. Über diese Felsen, die bis hoch hinauf nach Gaicht reichen, strömen in der Nacht kühle Winde vom Jura herunter und führen dazu, dass die Weine ihre Aromatik und Frische bewahren. Die Böden sind stark kalkhaltig und auch die Sonnenexposition geradezu ideal für grosse Pinots Noirs. Der alte Rebbestand wurzelt tief im felsigen Untergrund und muss dem Boden Wasser und Nährstoffe abringen. In diesem Mikroklima liegt der Grund, wieso es die Weine aus dem Vogelsang sind, die mit ihrer burgundischen Art und ihrer aussergewöhnlichen Lagerfähigkeit den Ruf der Terroirweine vom Bielersee in die Weinwelt herausgetragen haben. Sie sind gut strukturiert, mit kräftigen und gleichzeitig feinen Tanninen, sehr komplex in der Aromatik und werden lange in Barriques ausgebaut.
Lagenweine aus dem Vogelsang (Weingut Krebs & Steiner)
Lagenweine aus dem Vogelsang (Gromann & Söhne)
Weine mit bebender Geschichte
Die Lage Ufbruch liegt am östlichen Rand des Vogelsangs im Twanner Ortsteil Wingreis und hat eine im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Geschichte. Als im Jahr 1356 das bis heute schwerste Erdbeben Mitteleuropas die Stadt Basel in Schutt und Asche legte, waren die Auswirkungen auch am Südhang der letzten Jurakette so stark, dass der Hang rutschte und riesige Felsen den Weiler Wingreis verschütteten. Wenn man vom Vogelsang aus in Richtung Osten blickt, lässt sich der Schuttkegel, obwohl mittlerweile bewachsen, auch heute noch gut erkennen. Dies liegt auch an den meterhohen Felsbrocken, die im untersten Teil des Rebbergs liegen, als wären sie einem Riesen aus der Hand gefallen. Diese Felsbrocken finden sich auch unterirdisch und die Reben im Ufbruch müssen sich mühsam einen Weg um sie herum suchen. Unter Fels und Geröll fliesst ein wenig Quellwasser, das vor Trockenstress schützt.